Gehören Hund und Katze mit ins Bett? Das sagt die Forschung
Verschiedene Schlafstudien und Umfragen beantworten diese Frage eindeutig. Egal, ob Schlafkliniken, Meinungsforschungsunternehmen oder Matratzenhersteller die Tierbesitzer befragen, die Antworten ähneln sich stark:
Haustiere im Bett wirken sich positiv auf den Schlaf aus
Forscher der Mayo-Schlafklinik in Arizona haben in einer Studie herausgefunden, dass viele Menschen mit einem Haustier im Bett besser nächtigen: 41 % der Befragten gaben an, dass sie mit ihrem vierbeinigen Freund im Bett besser einschlafen und die Anwesenheit des Tieres auf sie schlaffördernd wirke. Zudem berichtete fast jede:r Teilnehmer:in, dass das vertraute Fellknäuel neben dem Kissen Geborgenheit und Sicherheit vermittle.1 Zum gleichen Ergebnis kommt eine Untersuchung aus dem Jahr 2018 unter 900 Frauen: Ihr zufolge vermittelt das Haustier der Besitzerin das Gefühl, im Dunkeln beschützt zu sein.2
Singles fühlen sich mit Haustier im Schlafzimmer weniger allein
Besonders Menschen, die ohne Partner:in schlafen, äußerten sich im Rahmen der Studie ausgesprochen positiv: Sie gaben an, in Anwesenheit ihres Haustiers wesentlich besser und tiefer schlafen zu können.2
Die Mehrheit schläft lieber neben dem Haustier, als dem/der Partner:in
Zu einem ähnlich positiven Effekt von Hund und Katze im Bett kam das britische Meinungsforschungsunternehmen OnePoll: Mehr als die Hälfte aller Befragten, nämlich 51 % waren sich einig, dass die Nacht neben dem geliebten Vierbeiner Stress abbaut und hilft, Ängste zu bewältigen. 42 % gaben an, sich neben ihrer Fellnase sicher und geborgen zu fühlen, während 47 % aussagten, mit ihrem Haustier erheblich schneller einzuschlafen.
Doch das Überraschendste kommt zum Schluss: Über die Hälfte, nämlich 58 %, schlafen lieber neben ihrem Haustier, als neben dem/der Partner:in. Sie erklärten, dass das Schnurren und Schnaufen des geliebten Vierbeiners wie das weiße Rauschen des Fernsehers auf sie wirke, was für Tiefenentspannung sorge. Kurzum: Sieben von zehn Befragten sind überzeugt, ein Haustier im Bett sorge für besseren Schlaf.3
Tiere im Bett verbessern die psychische und körperliche Gesundheit
Eine Metaanalyse aus 17 Schlafstudien bestätigt deutlich, was die Teilnehmer der Umfragen fühlen: Die nächtliche tierische Gesellschaft verbessert das psychische Wohlbefinden.4 Und nicht nur das: Haben die Tierbesitzer:innen keine allergischen oder asthmatischen Krankheiten, können die nächtlichen Begleiter auch für die Gesundheit förderlich sein. Durch die beruhigende Wirkung wird Stress reduziert, was sich positiv auf die Herzgesundheit auswirkt. Auch die Abwehrkräfte werden durch den ständigen Kontakt mit Hund und Katze gestärkt.5
Wie können Haustiere im Bett die Nachtruhe stören?
Tierbesitzer können also aufatmen: Es ist völlig in Ordnung, ihre pelzigen Lieblinge mit ins Bett zu nehmen. Allerdings sollten sie sich darauf einstellen, dass es mit Hund oder Katze im Bett bisweilen nicht nur eng, sondern auch ziemlich warm werden kann. Etwas mehr als die Hälfte der geliebten Katzen und Hunde erweisen sich als perfekte Bettwärmer – und zwar so gut, dass es den Besitzer:innen oft zu warm wird. Bei der Befragung von OnePoll stellte sich außerdem heraus, dass zwei Drittel der Haustiere ihrem eigenen Schlafplan folgen, nachts öfter aufwachen und dem Herrchen oder Frauchen gerne in die Zehen beißen, weil sie mitten in der Nacht der Spieltrieb lockt. Eigentlich alles Punkte, die gegen eine erholsame Nachtruhe sprechen.3
Haustiere im Bett von Kleinkindern nur unter Aufsicht
Eine Studie von 2021 kommt zu dem Schluss, dass ein Haustier im Bett speziell bei Kindern und Jugendlichen für besseren Schlaf sorgen kann6 – bei Kleinkindern ist allerdings Vorsicht geboten. Im Kinderzimmer sollten sich Hund und Katze nur unter Aufsicht aufhalten. Außerdem sollten Tierbesitzer:innen das Haustier nicht in der Nähe des Gesichts schlafen lassen, sonst besteht Erstickungsgefahr.5
Fazit: Es spricht nichts dagegen, Haustiere im Bett schlafen zu lassen
Unter dem Strich scheinen die Vorteile für den Schlaf durch Haustiere im Bett zu überwiegen. Mit diesen Tipps und Ratschlägen stehen kuscheligen Zeiten mit Ihrem Haustier nichts mehr im Wege:
- Halten Sie Ihre Haustier sauber, beispielsweise durch regelmäßige Entwurmungskuren und indem Sie darauf achten, dass das Tier frei von Zecken und Flöhen ist.
- Bettwäsche öfter wechseln: Da sich die Tiere viel im Freien aufhalten und Schmutz und Staub mit dem Fell in das Bett tragen, sollten Sie Ihre Bettwäsche regelmäßig wechseln.5
- Machen Sie Ihr Haustier müde: Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihren Hund oder Ihre Katze am Tag viel bewegen, dann sind sie am Abend ausgelastet. Nach dem Toben sollten Sie Ihr Tier unbedingt füttern, denn mit leerem Magen schläft es sich schlecht. Danach sollte einer ruhigen Nacht nichts mehr im Wege stehen.7
Schlafen Sie gut – mit oder ohne Haustier!