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Alles rund um PAP-Therapie: Antworten von Schlafexperten

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Besser schlafen mit PAP-Therapie: Unsere Schlafexperten beantworten die wichtigsten Fragen

Der Start in die PAP-Therapie wirft bei vielen Patient:innen Fragen auf: Was ist normal? Worauf sollte man achten? Und wie lässt sich der Alltag mit Therapie möglichst angenehm gestalten?

Unsere Schlafexperten Dr. Christoph Schöbel und Dr. Holger Woehrle beantworten die häufigsten Fragen aus der Praxis und geben wertvolle Tipps für einen erfolgreichen Therapieweg.

Unsere Experten

Therapiestart & Erwartungen

Was wünschen Sie sich, dass PAP Patient:innen früher gewusst hätten, als sie mit der Therapie gestartet sind?

„Viele Patient:innen erwarten, dass sich die PAP Therapie sofort vertraut anfühlt. Dabei ist wichtig zu wissen: Schlaf ist ein echtes Gewohnheitstier. Veränderungen brauchen Zeit – oft mehrere Wochen –, bis sich Körper und Schlaf darauf eingestellt haben. Anfangsschwierigkeiten sind normal und gut lösbar. Gleichzeitig sollte nicht nur das Gerät im Fokus stehen, sondern der Schlaf insgesamt. Wenn der Schlaf trotz PAPTherapie nicht erholsam ist, lohnt es sich, gezielt daran zu arbeiten, zum Beispiel mit digital gestütztem kognitivem Verhaltenstraining. PAPTherapie und guter Schlaf gehören zusammen.“ Dr. Holger Woehrle

Was sind die häufigsten Gründe, warum Patient:innen in den ersten 2–4 Wochen abbrechen – und was hilft konkret, dranzubleiben?

„In der Anfangsphase fühlt sich die PAPTherapie für viele noch ungewohnt an. Häufige Gründe für einen Abbruch sind Maskenprobleme, Leckagen, Druckgefühl, Mundtrockenheit oder der Eindruck, schlechter zu schlafen als zuvor. Wichtig ist die Entlastung: Es ist völlig in Ordnung, die Therapie am Anfang nicht gleich die ganze Nacht anzuwenden. Zu viel eigener Druck kann das Einschlafen sogar erschweren. Neben persönlicher Begleitung können digitale Unterstützungs und EngagementApps wie myAir Orientierung, Motivation und Sicherheit geben. Ein entspannter, schrittweiser Einstieg mit früher Rückmeldung erhöht die Chancen deutlich, langfristig dranzubleiben.“ Dr. Holger Woehrle

Wann merken Patient:innen typischerweise eine Verbesserung – und woran erkennt man, dass die Therapie gut eingestellt ist?

„Viele Patient:innen berichten bereits nach wenigen Tagen oder Wochen über mehr Energie und weniger Tagesschläfrigkeit. Eine gut eingestellte Therapie erkennt man daran, dass die CPAP-Therapie regelmäßig genutzt wird, die Atemaussetzer wirksam behandelt werden und sich Schlafqualität, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden spürbar verbessern. Oft bestätigt auch die Auswertung der Therapiedaten den Behandlungserfolg.“ Dr. Christoph Schöbel

Probleme & Herausforderungen

Viele Patient:innen haben anfangs Schwierigkeiten mit der Maske – haben Sie Tipps?

„Geduld lohnt sich. Oft hilft es, die Maske zunächst tagsüber für kurze Zeit zu tragen, um sich daran zu gewöhnen. Wichtig sind die richtige Maskengröße und ein guter Sitz. Bei Druckstellen, Undichtigkeiten oder Beschwerden sollte frühzeitig Kontakt mit dem Schlaflabor oder dem Versorger aufgenommen werden.“ Dr. Christoph Schöbel

Was sind Ihre besten Tipps bei Leckage, Druckstellen oder Hautirritationen?

„Leckagen und Druckstellen sind gerade zu Beginn häufig. Wichtig ist, die Maske nicht reflexartig fester anzuziehen, da das viele Probleme verstärkt. Oft helfen kleine Anpassungen, eine andere Maskengröße oder ein Wechsel des Maskentyps. Bei Druckstellen kann ein kleines Stück Fensterleder oder weicher Stoff als Puffer unter der Maske die Haut entlasten. Außerdem passen sich Masken durch die Körperwärme mit der Zeit an die individuelle Gesichtsform an. Regelmäßige Reinigung, rechtzeitiger Maskenwechsel und ein gelassener Umgang mit Anfangsproblemen unterstützen eine gute Eingewöhnung.“ Dr. Holger Woehrle

Mundtrockenheit und „Mundleckage“ bei Nasenmaske: Woran erkennt man das – und was sind sinnvolle Lösungen?

„Hinweise sind ein stark ausgetrockneter Mund am Morgen, das Gefühl, dass die Zunge am Gaumen klebt, vermehrtes nächtliches Aufwachen oder eine verstärkte Geräuschentwicklung des Geräts durch austretende Luft. Das ist ein häufiges Thema, besonders zu Beginn. Unterstützend wirken ein beheizter Befeuchter, gegebenenfalls ein Kinnband sowie eine konsequente Pflege der Nasenschleimhaut zur Verbesserung der Nasenatmung. Wenn Beschwerden anhalten, sollte Rücksprache mit dem verordnenden Arzt gehalten werden, um die Druckeinstellung zu überprüfen. Öfters kann auch ein Wechsel auf eine Vollgesichtsmaske sinnvoll sein.“ Dr. Holger Woehrle

Was würden Sie CPAP‑Patient:innen raten, die sich tagsüber trotz Therapie noch nicht ganz erholt fühlen?

„Nicht jede Müdigkeit hat ihre Ursache allein in der Schlafapnoe. Wichtig ist zunächst zu prüfen, ob die Therapie jede Nacht ausreichend lange genutzt wird und gut wirkt. Bleiben Beschwerden bestehen, sollten auch andere Ursachen wie Schlafmangel, chronische Schlaflosigkeit (=Insomnie), unruhige Beine (=Restless Legs), Medikamente oder andere Erkrankungen abgeklärt werden.“ Prof. Dr. med. Christoph Schöbel

Schlafqualität und -hygiene

Wie wichtig ist Schlafhygiene – und was wird dabei Ihrer Meinung nach oft unterschätzt?

„Eine gute Schlafhygiene unterstützt jede Schlafapnoe-Therapie. Besonders wichtig sind regelmäßige Schlafzeiten und eine ausreichende Schlafdauer. Auch Alkohol am Abend kann die Schlafqualität deutlich verschlechtern und Atemaussetzer verstärken.“ Prof. Dr. med. Christoph Schöbel

Welche kleinen Veränderungen im Alltag können die Schlafqualität zusätzlich zur CPAP‑Therapie verbessern?

„Regelmäßige Bewegung, ein möglichst konstanter Schlaf-Wach-Rhythmus und der Verzicht auf Alkohol oder schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen können viel bewirken. Auch weniger Bildschirmzeit am späten Abend hilft vielen Menschen, besser ein- und durchzuschlafen.“ Prof. Dr. med. Christoph Schöbel

Alles Weitere

Schlafapnoe wird bei Frauen oft später erkannt: Woran liegt das – und welche Warnzeichen sollten besonders ernst genommen werden?

„Bei Frauen zeigt sich Schlafapnoe häufig weniger typisch. Statt lautem Schnarchen oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit stehen oft anhaltende Erschöpfung, unruhiger Schlaf, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen oder morgendliche Kopfschmerzen im Vordergrund. Diese Beschwerden werden im Alltag oft anderen Ursachen zugeschrieben. Besonders in und nach den Wechseljahren sollte deshalb bei solchen Symptomen gezielt auch an Schlafapnoe gedacht werden – von Ärzt:innen ebenso wie von den Betroffenen selbst.“ Dr. Holger Woehrle

Wie sollten Patient:innen mit PAP‑Therapie umgehen, wenn sie erkältet sind?

„Bei leichten Erkältungen kann die PAP‑Therapie meist weiter genutzt werden, oft sogar angenehmer mit etwas mehr Befeuchtung. Nasenspülungen mit Kochsalz und eine gute Pflege der Nasenschleimhaut helfen zusätzlich. Bei stark verstopfter Nase, Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl darf die Therapie kurz pausiert werden. Wichtig ist, sich nicht unter Druck zu setzen und nach Abklingen der Symptome ruhig wieder einzusteigen.“ Dr. Holger Woehrle

Welche Hygieneregeln sind wirklich wichtig – und welche Fehler sehen Sie in der Praxis am häufigsten?

„Hygiene bei der PAP‑Therapie ist wichtig, sollte aber alltagstauglich bleiben. Entscheidend sind eine gründliche Maskenreinigung mindestens einmal pro Woche, die wöchentliche Reinigung von Schlauch und Befeuchter sowie ein rechtzeitiger Maskenwechsel, wenn Material und Dichtungen nachlassen. Häufig wird der Filterwechsel vergessen oder zu lange hinausgezögert. Ein einfacher, sehr wirksamer Zusatz ist das Duschen vor dem Schlafengehen: Es entspannt, entfernt Hautfette und reduziert Ablagerungen auf der Maske. Gute Hygiene lebt von regelmäßigen, einfachen Routinen.“ Dr. Holger Woehrle

Was sollten CPAP‑Patient:innen beachten, wenn sie verreisen oder im Urlaub sind?

„Die CPAP-Therapie sollte auch im Urlaub möglichst jede Nacht fortgeführt werden – schon allein, um den Urlaub ausgeschlafen und ohne Müdigkeit genießen zu können. Denken Sie an Netzadapter, Verlängerungskabel und gegebenenfalls einen Reiseadapter. Bei Flugreisen empfiehlt es sich, das Gerät als medizinisches Hilfsmittel im Handgepäck mitzuführen.“ Prof. Dr. med. Christoph Schöbel

Welche typischen Mythen rund um Schlafapnoe begegnen Ihnen immer wieder?

„Ein häufiger Irrtum ist, dass nur übergewichtige Männer betroffen sind. Tatsächlich kann Schlafapnoe auch bei Normalgewichtigen und Frauen auftreten – insbesondere nach den Wechseljahren. Ebenso falsch ist die Annahme, Schnarchen sei harmlos oder Schlafapnoe lediglich ein nächtliches „Lärmproblem“. Unbehandelt kann eine Schlafapnoe zu Herz- Kreislauf- oder Stoffwechsel-Erkrankungen führen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.“ Prof. Dr. med. Christoph Schöbel

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