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Kann man an Schlafapnoe sterben? Die Risiken verstehen

Schlafgesundheit Ärztlicher Hilfe suchen Schlafprobleme Schnarchen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schlafapnoe ist eine ernsthafte Erkrankung, die unbehandelt das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall und andere lebensbedrohliche Komplikationen erhöhen kann.1,2,3,4
  • Schwere obstruktive Schlafapnoe (Obstructive Sleep Apnea, OSA) wird mit einem höheren Risiko für plötzlichen Herztod und einer verkürzten Lebenserwartung in Verbindung gebracht, aber eine geeignete Behandlung senkt diese Risiken deutlich.5,6
  • Die Therapie mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (Continuous Positive Airway Pressure, CPAP) kann bei Menschen mit OSA den Schlaf, die Herzgesundheit und die Lebenserwartung verbessern.3,2
  • Forschungsergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass die CPAP-Therapie Menschen mit OSA dabei helfen kann, länger zu leben.7
 Ein älterer Mann reibt sich das Auge und wirkt müde

Schlafapnoe: Risiken einordnen und verstehen

Schlafapnoe ist nicht nur Schnarchen oder Müdigkeit am Tag. Sie ist eine ernsthafte Erkrankung, die unbehandelt das Risiko für schwere Gesundheitsprobleme erhöhen kann. Ohne Behandlung kann Schlafapnoe zu lebensbedrohlichen gesundheitlichen Komplikationen beitragen, die zum Tod führen können. Viele Forschungsergebnisse bringen Schlafapnoe mit einer erhöhten Sterblichkeit in Verbindung.1

Schlafapnoe kurz erklärt: Symptome, Schweregrad, Auswirkungen

Bei Schlafapnoe setzt die Atmung im Schlaf immer wieder für kurze Zeit aus. Diese unterbrochene Atmung kann zu schlechtem Schlaf und vielen unangenehmen Symptomen wie Müdigkeit am Tag führen.¹ Die Atemstörung reicht von leicht bis schwer, je nachdem, wie oft die Atmung unterbrochen wird. Wie stark Schlafapnoe ist, wird daran gemessen, wie oft die Atmung pro Stunde aussetzt: Bei leichter Schlafapnoe sind es z.B. 5 Mal pro Stunde, in schweren Fällen aber über 30 Mal pro Stunde.2

Obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist die häufigste Form der Schlafapnoe. Sie tritt in der Regel auf, wenn die Atemwege teilweise oder vollständig blockiert sind. Zentrale Schlafapnoe ist seltener und tritt auf, wenn das Gehirn die Atmung nicht richtig steuert. Wenn eine Person beide Formen hat, spricht man von komplexer Schlafapnoe.1

Schlafapnoe verursacht Atemaussetzer, die 10 Sekunden bis über eine Minute dauern können. Diese Aussetzer verhindern, dass Ihre Organe ausreichend Sauerstoff erhalten. Normalerweise liegt der Sauerstoffgehalt im Blut während des Schlafs zwischen 96 % und 100 %. Bei Menschen mit Schlafapnoe können diese Werte deutlich absinken, manchmal auf unter 88 %.3

Herz, Lunge und Gehirn brauchen Sauerstoff, um richtig zu funktionieren, und bei Sauerstoffmangel beginnen Gewebezellen abzusterben. Dieser Sauerstoffmangel ist der Grund, warum Schlafapnoe mit ernsten gesundheitlichen Problemen verbunden ist,4 zum Beispiel:

  • Herzerkrankungen
  • Diabetes
  • Adipositas
  • Depressionen
  • Schlaganfall
  • Bluthochdruck
  • Nierenerkrankungen

Unbehandelt kann schwere obstruktive Schlafapnoe (OSA) Ihr Risiko für einen Herzinfarkt um das 2,6-Fache erhöhen.5 Menschen mit schwerer Schlafapnoe haben ein um 123 % höheres Risiko für Verkehrsunfälle.6

Schlechter Schlaf kann den Alltag ebenfalls erschweren. Er kann zu Gehirnnebel, Konzentrationsproblemen, geringerer Produktivität bei der Arbeit und belasteten Beziehungen zu Angehörigen führen.

Schlafapnoe kann nur von medizinischem Fachpersonal diagnostiziert werden. Bei Menschen mit dieser Erkrankung können folgende Symptome1 auftreten:

  • Übermäßige Schläfrigkeit am Tag
  • Kopfschmerzen am Morgen
  • Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen
  • Konzentrationsprobleme und das Gefühl, tagsüber nicht ganz bei sich zu sein
  • Schnarchen oder Luftschnappen im Schlaf
  • Regelmäßiges Aufwachen in der Nacht
  • Häufige nächtliche Toilettengänge
  • Brustschmerzen in der Nacht
  • Das Gefühl, dass das Herz flattert oder schnell schlägt (Herzklopfen)

Schlafapnoe, eine ernstzunehmende Erkrankung

Menschen mit Schlafapnoe haben ein um 83 % höheres Verletzungsrisiko als Menschen ohne diese Schlafstörung.8 Dazu gehören Stürze, Verkehrsunfälle, Knochenbrüche und Kopfverletzungen.

Laut einer Studie mit mehr als 1 Million Menschen erhöht unbehandelte obstruktive Schlafapnoe (OSA) das Sterberisiko, selbst wenn andere gesundheitliche Risikofaktoren berücksichtigt werden. Ohne Behandlung wird obstruktive Schlafapnoe (OSA) außerdem mit einer verkürzten Lebensdauer in Verbindung gebracht. Laut einer Studie verstarben etwa 1 von 3 Personen mit mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe innerhalb von 14 Jahren. Im Vergleichszeitraum verstarben nur etwa 1 von 15 Menschen ohne diese Erkrankung.2,5

Je schwerer die obstruktive Schlafapnoe ist, desto größer kann ihr Einfluss auf die Lebensdauer sein. Tatsächlich ist eine mittelschwere bis schwere OSA mit einer sechsmal höheren Gesamtsterblichkeitsrate verbunden.2,6

Obwohl obstruktive Schlafapnoe mit einer verkürzten Lebenserwartung in Verbindung steht, wird sie nur selten als Todesursache auf einem Totenschein aufgeführt.9 Bei einer Befragung von Ärzten und Ärztinnen durch Forscher:innen wurde festgestellt, dass nur 12 % diese Erkrankung als Todesursache angegeben hatten.9 In den meisten Fällen wird obstruktive Schlafapnoe als sekundäre oder mitwirkende Todesursache aufgeführt.

Glücklicherweise hat die richtige Behandlung einen großen Einfluss auf die Lebenserwartung. Dazu gehört die Therapie mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP), bei der sanfter, gleichmäßiger Luftdruck über eine Maske die Atemwege während des Schlafs offen hält. Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe, die eine CPAP-Therapie erhalten, haben eine geringere Sterblichkeit, wenn die Behandlung 5 Jahre oder länger andauert.7 Sie haben außerdem ein geringeres Risiko, Erkrankungen wie Herzerkrankungen und Typ-2-Diabetes zu entwickeln.2,7

Der Einfluss von Risikofaktoren auf die Sterblichkeit

Obstruktive Schlafapnoe (OSA) kann für sich genommen bereits ernst sein, aber weitere gleichzeitig bestehende Erkrankungen können die allgemeinen Gesundheitsrisiken zusätzlich erhöhen. Übergewicht, insbesondere im Halsbereich, kann zusätzlichen Druck auf die oberen Atemwege bedeuten und sie dadurch anfälliger für ein Kollabieren machen.28 Lebensgewohnheiten wie eine ungesunde Ernährung, Rauchen und zu wenig körperliche Aktivität können ebenfalls zu einem höheren Sterblichkeitsrisiko bei Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe beitragen.27

Auch das Alter kann bei der allgemeinen Gesundheit eine Rolle spielen. In einer Studie fanden Forscher:innen heraus, dass ältere Erwachsene mit obstruktiver Schlafapnoe und Tagesschläfrigkeit eine mehr als doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit hatten, zu sterben als jüngere Menschen ohne obstruktive Schlafapnoe.29

Unbehandelten Schlafapnoe: Wenn Risiken ernst werden

Unbehandelte obstruktive Schlafapnoe (OSA) kann das akute (plötzliche) und chronische (andauernde) Risiko schwerwiegender gesundheitlicher Komplikationen erhöhen, darunter auch das Todesrisiko. Zu den akuten Risiken kann der plötzliche Herztod während der Nacht gehören. Dies kann passieren, wenn wiederholte Phasen von Sauerstoffmangel das Herz übermäßig belasten. Chronische Risiken sind häufiger. Dazu können Unfälle durch Tagesschläfrigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Schlaganfall gehören.11

Da wiederholte Atemaussetzer zu einem Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut führen können,⁴ kann es bei Menschen mit unbehandelter OSA zu einer zusätzlichen Belastung von Herz und Lunge kommen. Das kann im Laufe der Zeit zu weiteren schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen beitragen, etwa zu plötzlichen kardialen Ereignissen.12

Mit der Zeit können Phasen mit niedrigen Sauerstoffwerten im Blut lebenswichtige Organe schädigen.¹³ Das Herz muss härter arbeiten, wodurch der Blutdruck steigt. Das kann zu Herzerkrankungen, Schlaganfall und Stoffwechselstörungen beitragen. Betroffene können außerdem neurologische Probleme entwickeln, darunter Konzentrationsschwäche und Gedächtnisschwund.

Gesundheitliche Komplikationen und Lebenserwartung

Etwa 34 % der Männer mittleren Alters und 17 % der Frauen mittleren Alters tragen ein Risiko für obstruktive Schlafapnoe (OSA).14 Diese Erkrankung kann zu gesundheitlichen Komplikationen führen, die sich auf die Lebenserwartung auswirken. Glücklicherweise kann eine wirksame und rechtzeitige Behandlung helfen, diese Gesundheitsrisiken zu verringern.

Herz-Kreislauf-Komplikationen

Laut der American Heart Association (US-amerikanische Herzgesellschaft) haben Menschen mit unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein deutlich höheres Risiko, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln als Menschen ohne diese Erkrankung. Je schwerer die obstruktive Schlafapnoe, desto höher ist das Risiko für herzbezogene Komplikationen.14

Obstruktive Schlafapnoe und die Herzgesundheit scheinen sich gegenseitig zu beeinflussen. Dadurch kann sich ein Kreislauf entwickeln, in dem eine Erkrankung die andere verschlimmert. So erfüllen zum Beispiel bis zu 80 % der Menschen mit unkontrolliertem Bluthochdruck die Kriterien für OSA.15

Obstruktive Schlafapnoe erhöht das Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand im Schlaf. Eine Studie ergab, dass Menschen mit OSA zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens mehr als doppelt so häufig an plötzlichem Herztod starben wie Menschen ohne diese Erkrankung.16

Schließlich kann obstruktive Schlafapnoe auch die Blutgefäße negativ beeinflussen.17 Sie führt dazu, dass sich die Gefäße verdicken oder versteifen, was ihre Funktionsfähigkeit verändert. Dadurch wird der Blutfluss zu lebenswichtigen Organen verringert und das Risiko für Herzerkrankungen steigt weiter an.

 Sorgen wegen der Risiken von Schlafapnoe

Schlaganfallrisiko

Unter den Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, hatten mehr als 7 von 10 eine mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoe (OSA).18 Wenn es bei Menschen mit dieser Erkrankung zu einem Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut kommt, löst der Körper Stressreaktionen aus, die den Blutdruck erhöhen können — ein Faktor, der mit einem höheren Schlaganfallrisiko verbunden ist.

Im Laufe der Zeit können wiederholte Veränderungen des Sauerstoffgehalts, die mit obstruktiver Schlafapnoe verbunden sind, die Gehirnfunktion beeinträchtigen und mit Mini-Schlaganfällen (transitorischen ischämischen Attacken, TIA) in Verbindung gebracht werden.19 Diese Auswirkungen können das Risiko für dauerhafte Hirnschäden und einen vollständigen ischämischen Schlaganfall erhöhen.

Mehrere Studien haben bei Menschen mit OSA im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eine höhere Schlaganfallrate gezeigt. Forscher*innen beobachteten bei Betroffenen ein um das 1,5-Fache erhöhtes Schlaganfallrisiko im Vergleich zu Menschen ohne diese Störung.20

Weitere Komplikationen

Neben Herzerkrankungen und Schlaganfall können Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) auch von weiteren gesundheitlichen Komplikationen betroffen sein. Zum Beispiel haben 72 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes auch OSA.22 Es gibt außerdem einen Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und Gewichtskontrolle. Schätzungsweise 77 % der Menschen mit OSA haben auch Adipositas.23

Ein anhaltender Sauerstoffmangel aufgrund obstruktiver Schlafapnoe kann lebenswichtige Organe beeinträchtigen, darunter Gehirn, Herz und Nieren. Sauerstoffmangel wurde außerdem mit Gedächtnisstörungen und psychischen Belastungen wie Angstzuständen und Depressionen in Verbindung gebracht,24 was indirekt das Risiko für Komplikationen erhöht.

Schlafapnoe behandeln: Warum sich die Therapie lohnt

Die gute Nachricht ist: Mit der richtigen Diagnose und Behandlung können Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein langes und gesundes Leben führen. Dabei ist die am häufigsten verwendete, und wirksamste Möglichkeit die Therapie mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP).30

Bei dieser Therapie leitet eine Maske, die über Mund oder Nase — oder über beides — getragen wird, sanfte, unter Druck stehende Luft in die Atemwege. Dieser konstante Luftstrom hilft dabei, die Atemwege während der Nacht offen zu halten und zu verhindern, dass sie zusammenfallen.

Wenn die CPAP-Therapie richtig angewendet wird, können manche Anwender oder Anwenderinnen bereits nach der ersten Nacht eine gewisse Linderung ihrer Symptome spüren.¹⁰ Außerdem kann CPAP bei manchen Menschen, die diese Therapie konsequent anwenden, das Auftreten von Herz-Kreislauf-Ereignissen verringern und die Lebensqualität verbessern.31,32

Forschungsergebnisse zeigen außerdem, dass die CPAP-Therapie Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe dabei helfen kann, länger zu leben. In einer Studie war die Anwendung von CPAP mit einem um 37 % geringeren Risiko für Gesamtsterblichkeit und einem um 55 % geringeren Risiko für einen herzbedingten Tod verbunden.7

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Dieser Blogbeitrag enthält allgemeine Informationen zu medizinischen Erkrankungen und Behandlungen. Er ist nicht als Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Die Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und sollten auch nicht als solche verstanden werden. Sie sollten die Informationen auf dieser Website nicht als Alternative zur Beratung durch Ihren Arzt, Ihrer Ärztin oder eine andere qualifizierte medizinische Fachkraft heranziehen.

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Quellen:
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