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Schnarchschiene bei Schlafapnoe: Funktion der UKPS

In this article

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Schnarchschienen wie Unterkieferprotrusionsschienen (UKPS) helfen dabei, die Atemwege offenzuhalten, indem sie den Unterkiefer während des Schlafs sanft nach vorne verlagern.
    • Individuell angepasste UKPS, die von einem Arzt oder einer Ärztin verordnet und von einem Zahnarzt oder einer Zahnärztin eingestellt werden, bieten in der Regel die bequemsten und wirksamsten Ergebnisse.1
    • UKPS sind eine wirksame Behandlungsalternative bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA), auch wenn CPAP für viele Menschen weiterhin die wirksamste Behandlung bleibt.2 In ausgewählten Fällen können sie außerdem Teil eines umfassenderen Behandlungsplans sein.

    OSA ist eine Erkrankung, bei der die Atmung während des Schlafs aufgrund blockierter Atemwege wiederholt aussetzt und wieder einsetzt. Unbehandelt kann OSA fast jeden Bereich Ihres Lebens beeinträchtigen. Sie wird mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht.3

    Neben den körperlichen Auswirkungen kann obstruktive Schlafapnoe auch zu Tagesmüdigkeit, Stimmungstiefs und Gedächtnisproblemen führen, die sich auf Ihre Arbeit oder Ihre sozialen Aktivitäten auswirken.4 Tatsächlich sagen rund 32 % der Menschen die in einer Partnerschaft leben, dass das Schnarchen ihres Partners oder andere mit obstruktiver Schlafapnoe verbundene Symptome ihren Schlafen beeinträchtigen.5

    Für manche Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe sind Schnarchschienen eine nicht invasive und leicht transportierbare Behandlungsoption. Erfahren Sie im Folgenden, was Schnarchschienen bei Schlafapnoe sind, wie sie wirken und was Sie wissen sollten, bevor Sie eine verwenden.

    Was ist eine Schnarchschiene?

    Schnarchschienen zur Behandlung von Schlafapnoe sind dafür entwickelt, die Atemwege während des Schlafs offenzuhalten.

    Viele Menschen kennen Zahnschienen, die nachts getragen werden, um die Zähne vor Folgen des Zähneknirschens im Schlaf zu schützen. Schnarchschienen bei obstruktiver Schlafapnoe werden ebenfalls nachts getragen und sind speziell dafür entwickelt, die Atemwege offenzuhalten und mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) verbundene Atemunterbrechungen wie nächtliches Luftschnappen oder Erstickungsgefühle im Schlaf zu verringern.

    Es gibt zwei Hauptarten von Schnarchschienen bei Schlafapnoe:

    • Unterkieferprotrusionsschienen (UKPS)
    • Zungenhaltegeräte (TRD)

    Beide Hilfsmittel werden aus medizinischen Materialien wie Silikon, Acryl oder Thermoplast hergestellt, um Sicherheit, Haltbarkeit und Komfort zu gewährleisten.

     Schnarchschiene

    Wie helfen Unterkieferprotrusionsschienen bei der Behandlung obstruktiver Schlafapnoe (OSA)?

    Da die wissenschaftliche Datenlage derzeit nicht ausreicht, um die Wirksamkeit von Zungenhaltegeräten bei Erwachsenen mit OSA zuverlässig zu beurteilen, konzentriert sich der weitere Artikel auf Unterkieferprotrusionsschienen (UKPS). Sie werden heute am häufigsten eingesetzt.

    Unterkieferprotrusionsschienen (UKPS) sind die häufigsten oralen Schienen bei Schlafapnoe. Sie verlagern den Unterkiefer sanft nach vorne, wodurch Zunge, weicher Gaumen und Zäpfchen besser positioniert und die Atemwege geöffnet werden, sodass das Atmen leichter fällt. Laut wissenschaftlichen Leitlinien6 müssen UKPS individuell angefertigt und titrierbar sein, im Gegensatz zu anderen, nicht individuell angepassten oralen Hilfsmitteln. Das bedeutet, dass sie präzise Veränderungen der Kieferposition ermöglichen. Die Möglichkeit, kleine Anpassungen vorzunehmen, hilft dabei, einen bequemen und wirksamen Sitz zu erreichen.

    UKPS wirken, indem sie den Unterkiefer sanft nach vorne verlagern. Auch die Zunge und die Weichteile im Mund verlagern sich nach vorne, sodass im Rachen mehr Platz für den Luftstrom entsteht. In einer aktuellen Studie berichteten bis zu 63 % der Teilnehmenden, die UKPS verwendeten, dass sie aufgehört haben zu schnarchen7, weil die Atemwege offener waren.

    Damit eine Unterkieferprotrusionsschiene wirksam eingesetzt werden kann, müssen Ober- und Unterteil bequem und passgenau sitzen. Ein Schlafmediziner oder eine Schlafmedizinerin kann die UKPS verordnen. Anschließend passt ein geschulter Zahnarzt oder eine geschulte Zahnärztin die Schiene individuell an und stellt sicher, dass sie komfortabel und passgenau im Mund sitzt.

     Einem Mann wird eine schnarchschiene

    Was Sie vor der Verwendung einer Schnarchschienebeachten sollten

    Wenn Sie eine Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS) zur Behandlung obstruktiver Schlafapnoe in Betracht ziehen, ist es wichtig, sich vorab über Wirksamkeit, mögliche Kosten und weitere Faktoren zu informieren.

    Wirksamkeit und Behandlungsergebnisse

    Viele Menschen, die Schnarchschienebei Schlafapnoe in Erwägung ziehen, möchten wissen, ob diese eine Therapie mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP) ersetzen kann. Welche Therapie geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin entschieden werden.

    CPAP ist weithin als Erstlinientherapie anerkannt, insbesondere bei Patienten und Patientinnen mit komplexen Begleiterkrankungen.8 UKPS hingegen sind häufig mit einer höheren Therapietreue verbunden und stellen für viele Betroffene eine wirksame und gut verträgliche Alternative dar, insbesondere für diejenigen, die eine CPAP-Therapie nicht fortsetzen möchten oder können.9

    Obwohl die Behandlung mit einer UKPS bei der Verringerung obstruktiver Atemaussetzer nicht so wirksam ist wie CPAP, wird dies durch eine bessere Therapietreue ausgeglichen. Die Verbesserung von Symptomen und Lebensqualität nach bis zu 12 Monaten ist bei der UKPS-Therapie und bei CPAP ähnlich.10

    Diagnose und erste Schritte

    Obstruktive Schlafapnoe (OSA) wird im Rahmen einer Schlafdiagnostik festgestellt. Liegen typische Anzeichen für eine schlafbezogene Atmungsstörung vor, kann zunächst eine Polygraphie erfolgen, die je nach Situation auch zu Hause durchgeführt werden kann. Eine Polysomnographie (PSG) ist eine umfassendere Untersuchung, die in einem Schlaflabor durchgeführt wird. Nach der Schlafuntersuchung besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wird eine OSA diagnostiziert, können Sie gemeinsam die für Sie geeignete Behandlungsoption festlegen.

    Wenneine Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS) als Behandlung für Sie infrage kommt, nimmt ein Zahnarzt oder eine ZahnärztinAbdrücke von Ober- und Unterkiefer.. Das kann mit einem physischen Abdruck oder mit digitalen Scans erfolgen. Ziel ist es, festzustellen, wie weit Ihr Unterkiefer nach vorne bewegt werden muss, damit die Behandlung komfortabel und wirksam ist.

    Anschließend wird eine individuell angepasste Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS) angefertigt. Bei den Anpassungsterminen wird die Schiene feinjustiert, um Ihre Unterkieferposition optimal einzustellen. Sobald Sie die UKPSbeim Schlafen tragen, sollten Sie Nachsorgetermine bei Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin wahrnehmen. Bei diesen Terminen kann überprüft werden, ob die Schiene korrekt sitzt und Ihre OSA wirksam behandelt.

    Nebenwirkungen und Komfortaspekte

    Die häufigste Nebenwirkung bei der Verwendung eines oralen Hilfsmittels gegen Schlafapnoe kann leichtes Unbehagen sein. Dazu können Schmerzen im Kiefer, Empfindlichkeit im Mund, Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss gehören. Oft treten diese leichten Reizungen nur in den ersten Wochen während der Eingewöhnungsphase auf.11

    Langfristige Probleme sind selten, können aber Zahnverschiebungen, anhaltende Kieferbeschwerden und Veränderungen des Bisses umfassen.10 Schlafmedizinische Verlaufskontrollen helfen dabei zu prüfen, ob die orale Schiene Ihre Symptome weiterhin wirksam kontrolliert. Außerdem können sie Hinweise darauf geben, ob Anpassungen der Therapie erforderlich sind.

    Menschen, die orale Hilfsmittel bei Schlafapnoe verwenden, berichten in der Regel von besseren Erfahrungen, wenn die Hilfsmittel richtig passen und bequem sind. Regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin können helfen, den Sitz des Hilfsmittels zu optimieren und Beschwerden oder Veränderungen zu behandeln.

    Orale Hilfsmittel als Teil einer umfassenden Behandlung obstruktiver Schlafapnoe

    Unterkieferprotrusionsschienen (UKPS) und CPAP werden nicht gleichzeitig verwendet. Orale Hilfsmittel und andere Therapien wie Lagerungstherapie und Gewichtsmanagement können jedoch zusammen eingesetzt werden.

    Da sich obstruktive Schlafapnoe (OSA) im Laufe der Zeit verändern kann, sind Nachkontrollen erforderlich, um sicherzustellen, dass die Behandlung die Häufigkeit von Atempausen im Schlaf weiterhin wirksam reduziert. Sie können dazu beitragen, zu prüfen, ob Ihre oralen Hilfsmittel die Symptome wirksam kontrollieren, und Hinweise für notwendige Anpassungen liefern.

    Dieser Blogbeitrag enthält allgemeine Informationen zu medizinischen Erkrankungen und Behandlungen. Er ist nicht als Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Die Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und sollten auch nicht als solche verstanden werden. Sie sollten die Informationen auf dieser Website nicht als Alternative zur Beratung durch Ihren Arzt, Ihrer Ärztin oder eine andere qualifizierte medizinische Fachkraft heranziehen.

    Wenn Sie spezifische Fragen zu einer medizinischen Angelegenheit haben, sollten Sie Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder eine andere qualifizierte medizinische Fachkraft konsultieren. Wenn Sie vermuten, an einer Erkrankung zu leiden, sollten Sie unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen, ignorieren Sie keinen medizinischen Rat und brechen Sie keine medizinische Behandlung aufgrund von Informationen auf dieser Website ab. Die in diesem Blog und auf dieser Website geäußerten Ansichten stehen in keinem Zusammenhang mit den Ansichten akademischer Einrichtungen, Krankenhäuser, Praxen oder anderer Institutionen, mit denen die Autor:innen verbunden sind, und spiegeln nicht unmittelbar die Ansichten von Resmed oder einer seiner Tochtergesellschaften oder verbundenen Unternehmen wider.

    Quellen:
    1. Johal, Ama, et al. “Ready-Made Versus Custom-Made Mandibular Repositioning Devices in Sleep Apnea: A Randomized Clinical Trial.” Journal of Clinical Sleep Medicine: JCSM: Official Publication of the American Academy of Sleep Medicine, vol. 13, no. 2, Feb. 2017, pp. 175–82. PubMed, https://doi.org/10.5664/jcsm.6440.
    2. Cao, Michelle T., et al. “Continuous Positive Airway Pressure Therapy in Obstructive Sleep Apnea: Benefits and Alternatives.” Expert Review of Respiratory Medicine, vol. 11, no. 4, Apr. 2017, pp. 259–72. PubMed, https://doi.org/10.1080/17476348.2017.1305893.
    3. Knauert, Melissa, et al. “Clinical Consequences and Economic Costs of Untreated Obstructive Sleep Apnea Syndrome.” World Journal of Otorhinolaryngology – Head and Neck Surgery, vol. 1, no. 1, Sept. 2015, pp. 17–27. PubMed, https://doi.org/10.1016/j.wjorl.2015.08.001.
    4. Kerner, Nancy A., and Steven P. Roose. “Obstructive Sleep Apnea Is Linked to Depression and Cognitive Impairment: Evidence and Potential Mechanisms.” The American Journal of Geriatric Psychiatry : Official Journal of the American Association for Geriatric Psychiatry, vol. 24, no. 6, June 2016, pp. 496–508. PubMed Central, https://doi.org/10.1016/j.jagp.2016.01.134.
    5. Resmed’s 2025 Global Sleep Survey. https://sleepsurvey.resmed.com/
    6. Ramar, Kannan, et al. „Clinical Practice Guideline for the Treatment of Obstructive Sleep Apnea and Snoring with Oral Appliance Therapy: An Update for 2015.“ Journal of Clinical Sleep Medicine, vol. 11, no. 7, July 2015, pp. 773–827. https://doi.org/10.5664/jcsm.4858.
    7. Vecchierini, Marie-Françoise, et al. “Mandibular Advancement Device Use in Obstructive Sleep Apnea: ORCADES Study 5-Year Follow-up Data.” Journal of Clinical Sleep Medicine: JCSM: Official Publication of the American Academy of Sleep Medicine, vol. 17, no. 8, Aug. 2021, pp. 1695–705. PubMed, https://doi.org/10.5664/jcsm.9308.
    8. Understanding Pap, 2021. Division of Sleep Medicine at Harvard Medical School. https://sleep.hms.harvard.edu/education-training/public-education/sleep-and-health-education-program/sleep-health-education-37.
    9. Basyuni, Shadi, et al. “An Update on Mandibular Advancement Devices for the Treatment of Obstructive Sleep Apnoea Hypopnoea Syndrome.” Journal of Thoracic Disease, vol. 10, no. Suppl 1, Jan. 2018. jtd.amegroups.org, https://doi.org/10.21037/jtd.2017.12.18.
    10. Attali, Valérie, et al. „Efficacy and Tolerability of a Custom-Made Narval Mandibular Repositioning Device for the Treatment of Obstructive Sleep Apnea: ORCADES Study 2-Year Follow-Up Data.“ Sleep Medicine, vol. 63, Nov. 2019, pp. 64–74. ScienceDirect, https://doi.org/10.1016/j.sleep.2019.04.021.
    11. Dieltjens, Marijke, and Olivier M. Vanderveken. “Oral Appliances in Obstructive Sleep Apnea.” Healthcare, vol. 7, no. 4, Nov. 2019, p. 141. PubMed Central, https://doi.org/10.3390/healthcare7040141.

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