Vollmond als Schlafräuber: Mythos oder Realität?
Direkt vorab – auch die Forschung ist sich uneinig: Im Jahr 2013 plante der Basler Chronobiologe Prof. Christian Cajochen in seiner Mondstudie zu beweisen, dass Vollmondphasen keinen Einfluss auf unseren Schlaf haben. Sein Plan ging nicht auf: Seine Studie ergab, dass sich der Melatonin-Spiegel im Speichel seiner Proband:innen zur Zeit des Vollmonds verändert hatte. Zudem verringerte sich die Schlafdauer der Proband:innen um durchschnittlich 20 Minuten und die Einschlafzeit verlängerte sich um fünf Minuten. Kritikpunkt an seiner Studie: Es nahmen nur 33 Probanden teil.2,3
Eine Studie des Max-Planck-Instituts mit 1.200 Proband:innen und Daten aus rund 20.000 Schlafnächten aus dem Jahr 2014 widerlegte Cajochens Theorie4, wohingegen eine jüngere Studie der Berliner Charité seine These wieder bestätigt. Fest steht: Noch herrscht kein Konsens unter Schlafforschenden.3